- Mit 20,6 Mrd. € erreicht das Auftragsbuch eine neue Rekordmarke.
- Steigerungen im Jahresvergleich beim Umsatz (+10%) und bereinigten EBIT (+14%).
- Deutliche Ergebnisverbesserungen und Margensteigerungen in den Segmenten Submarines und Atlas Electronics.
- Jahres- und Mittelfristziele vollumfänglich bestätigt, inklusive einer bereinigten EBIT-Marge von >6% im Geschäftsjahr 2025/26 und >7% als Mittelfristziel.
Kiel, 11. Mai 2026 Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 verzeichnete die TKMS AG & Co. KGaA (TKMS) eine anhaltend positive Auftragsdynamik sowie eine deutliche Steigerung sowohl des Umsatzes als auch des bereinigten EBIT.
TKMS erzielte im Berichtszeitraum durch neue Bestellungen einen erfreulich hohen Auftragseingang im Wert von 3,4 Mrd. €, darunter der Auftrag aus Norwegen über zwei weitere U-Boote der Klasse 212CD und der größte Torpedo-Auftrag der Konzerngeschichte für das 212CD-Programm. Der Auftragsbestand des TKMS Konzerns erreichte zum 31. März somit ein neues Rekordniveau von insgesamt 20,6 Mrd. €.
Dank der planmäßigen Abarbeitung des hohen Auftragsbestandes lag der Umsatz im ersten Halbjahr bei 1.168 Mio. €, 10% über dem Vorjahresniveau (H1 2024/25: 1.060 Mio. €). Das bereinigte EBIT stieg ebenfalls deutlich um 14% und erreichte 60 Mio. € (H1 2024/25: 53 Mio. €). Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich gleichzeitig auf 5,1% (H1 2024/25: 5,0%).
Der Free Cash Flow ging erwartungsgemäß aufgrund der geplanten Mittelabflüsse im Zuge der Projektabarbeitung auf -72 Mio. € (H1: 756 Mio. €) zurück. Maßgeblich für den außerordentlich hohen Vergleichswert waren Kunden-Vorauszahlungen im Zusammenhang mit dem Großauftrag im Rahmen des 212CD-Programms Ende 2024.
TKMS bestätigt die im Q1 angehobene Prognose für das Gesamtjahr 2025/26 und erwartet nach wie vor ein Umsatzwachstum von +2% bis +5% gegenüber dem Vorjahr sowie eine Steigerung der bereinigten EBIT-Marge auf über 6%. Mittelfristig erwartet TKMS weiterhin eine bereinigte EBIT-Marge von über 7%.
Oliver Burkhard, CEO von TKMS: „TKMS ist auf Kurs und wächst weiter. Erstmals übersteigt unser Auftragsbestand die 20 Milliarden-Marke; sowohl der Umsatz als auch das bereinigte EBIT ist im Jahresvergleich deutlich gestiegen. TKMS ist bestens positioniert, um die hohe Nachfrage nach fortschrittlichen maritimen Verteidigungslösungen in Deutschland und unseren Partnerländern weltweit zu erfüllen. Den aktuellen Auftragsbestand können wir wie geplant mit unseren eigenen Werftstandorten abdecken. Mit Blick nach vorne prüfen wir aber schon jetzt mögliche internationale Partnerschaften.“
Die Vertriebskampagnen von TKMS im nationalen als auch im internationalen Wettbewerb verlaufen weiterhin vielversprechend:
Im März billigte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags die Verlängerung des Vorvertrags für das Projekt MEKO® A-200 DEU. Damit wurde im Überwasserbereich ein wichtiger Schritt zur Beschaffung von vier TKMS Fregatten zur Stärkung der U-Boot-Jagd-Fähigkeit der Deutschen Marine gemacht. Darüber hinaus ist ein von TKMS geführtes Gemeinschaftsunternehmen der alleinige Bieter im Auswahlverfahren für die zukünftige deutsche Luftverteidigungsfregatte F127.
Im Unterwasserbereich hat TKMS im Rahmen des kanadischen U-Boot-Beschaffungsprogramms zusammen mit Deutschland und Norwegen ein nicht bindendes Angebot und Industriepaket für bis zu zwölf U-Boote abgegeben. Mit Indien führt TKMS zudem finale Vertragsverhandlungen zum Bau von sechs U-Booten.
Paul Glaser, CFO von TKMS: „Angesichts der hohen Auftragslage ist die konsequente, effiziente Abarbeitung unserer Geschäfte höchste Priorität für TKMS. Die starke Umsatz- und Profitabilitätssteigerung im ersten Halbjahr ist in erster Linie den Fortschritten im Neubaugeschäft, dem wachsenden Anteil margenstärkerer Projekte im Segment Submarines und dem Wachstum im Segment Atlas Electronics zu verdanken. Damit sehen wir uns auf einem guten Weg unser Ziel eines Umsatzwachstums von zwei bis fünf Prozent und einer bereinigten EBIT-Marge von über sechs Prozent für das laufende Jahr zu erreichen.“
Kurz nach Ablauf des ersten Halbjahres hat TKMS zudem weitere Schritte nach vorne gemacht: Mit dem brasilianischen Verteidigungsministerium und lokalen Partnern unterzeichnete TKMS im April eine Absichtserklärung für den Bau von vier weiteren Fregatten der Tamandaré-Klasse. Zudem schloss TKMS eine unverbindliche Absichtserklärung über die mögliche Fertigung von TKMS Produkten an den Werftstandorten von Navantia in Spanien. Nach der Abgabe eines nicht bindenden Angebots zur Übernahme der German Naval Yards Kiel im Januar 2026 werden die Gespräche zwischen TKMS und den Eigentümern weiterhin ergebnisoffen geführt.
Darüber hinaus erreichte TKMS als erstes Unternehmen ein Approval in Principle (AiP) für ein autonomes unbemanntes Unterwasserfahrzeug der Klasse „Extra-Large Unmanned Underwater Vehicles” (XLUUV). Das AiP markiert einen wegweisenden Meilenstein im Zulassungsprozess großer autonomer Unterwasserfahrzeuge.
Im April haben die zuständigen Aufsichtsratsgremien von TKMS zudem Dr. Andreas Görgen als weiteres Vorstandsmitglied bestellt. In seiner neuen Führungsrolle stellt Dr. Andreas Görgen die ordnungsgemäße Abarbeitung des Orderbuchs sicher. Darüber hinaus wird er sich beim Thema Technologieentwicklung und beim Ausbau der Produkt-Pipeline einbringen sowie für TKMS mögliche neue Partnerschaften zur internationalen Weiterentwicklung sondieren und etablieren.
Erstes Halbjahr 2025/2026: Wichtige Kennzahlen zu TKMS im Detail
Der Auftragseingang lag im H1 2025/26 weiterhin auf hohem Niveau bei 3.409 Mio. € (Vorjahr: 5.597 Mio. €). Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz (book-to-bill ratio) lag somit solide über 3x. Zum hohen Auftragseingang im ersten Halbjahr trug insbesondere die Beauftragung der norwegischen Regierung für den Bau von zwei weiteren U-Booten der Klasse 212CD bei, womit die Zahl der für die norwegischen Marine vorgesehenen Boote von vier auf sechs steigt. Zusätzlich wurde im Bereich Marineelektronik der Rahmenvertrag mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) über die Lieferung von Schwergewichtstorpedos und zugehörigem Equipment für die U-Boote der Klasse 212CD unterzeichnet.
Der Auftragseingang in der Vergleichsperiode des Vorjahres war aufgrund der Auftragserweiterung des deutsch-norwegischen U-Boot-Programms 212CD sowie der Beauftragung der neuen Polarstern außergewöhnlich hoch. Der Auftragsbestand erreichte mit rund 20,6 Mrd. € ein neues Rekordniveau (30. September 2025: 18,2 Mrd. €).
Der Umsatz des TKMS Konzerns betrug 1.168 Mio. € und lag damit deutlich höher als im Vorjahreszeitraum (H1 2024/25: 1.060 Mio. €). Dieser Anstieg in den Umsätzen resultierte im Wesentlichen aus der planmäßigen Abarbeitung des hohen Auftragsbestandes.
Das bereinigte EBIT entwickelte sich ebenfalls deutlich positiv und erreichte 60 Mio. € (Vorjahreszeitraum: 53 Mio. €). Zu dieser positiven Entwicklung trugen in erster Linie die planmäßigen Projektfortschritte im Neubaugeschäft mit entsprechend wachsendem Anteil margenstärkerer Projekte bei. Wesentliche Treiber waren weiterhin die Aufträge der Atlas Electronics. Die bereinigte EBITMarge verbesserte sich leicht auf 5,1% (H1 2024/25: 5,0 %).
Der Free Cash Flow lag bei -72 Mio. € und damit erwartungsgemäß unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums, das von sehr hohen Vorauszahlungen geprägt war (Vorjahr: 756 Mio. €).
Entwicklung in den TKMS Segmenten im H1 2025/26
Submarines
Der Umsatz im Segment Submarines lag bei 601 Mio. € (H1 2024/25: 622 Mio. €). Ausschlaggebend für den leichten Rückgang waren Ablieferungseffekte im Vorjahreszeitraum sowie zeitliche unterjährige Verschiebungen beim Hochlauf des Neubaugeschäfts im ersten Halbjahr 2025/26. Dabei erhöhte sich das bereinigte EBIT im Segment Submarines deutlich auf 21 Mio. € (H1 2024/25: 2 Mio. €). Haupttreiber für diese Entwicklung waren die wachsenden Hochläufe in den Neubauprojekten, während die Belastungen aus den Legacy Projekten abnahmen.
Surface Vessels
Im Segment Surface Vessels erhöhte sich der Umsatz deutlich auf 277 Mio. € (H1 2024/25: 210 Mio. €). Wesentliche Umsatzbeiträge resultierten aus der Abwicklung der bestehenden Verträge, insbesondere aus dem Tamandaré Auftrag des brasilianischen Kunden sowie der neuen Polarstern durch das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung. Das bereinigte EBIT im Segment Surface Vessels lag bei 18 Mio. € (H1 2024/25: 23 Mio. €). Maßgeblich für die Entwicklung sind unter anderem die gestiegenen Verwaltungskosten aufgrund von Tarifsteigerungen sowie Personaleinstellungen im Zuge der Kapazitätserweiterung. Weiterhin wurde verstärkt in Vertriebskampagnen investiert zur Sicherstellung avisierter Auftragseingänge des deutschen Kunden.
Atlas Electronics
Bei Atlas Electronics stieg der Umsatz deutlich auf 376 Mio. € (H1 2024/25: 300 Mio. €). Das bereinigte EBIT erhöhte sich deutlich auf 41 Mio. € (H1 2024/25: 24 Mio. €). Der Anstieg sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten EBIT ist im Wesentlichen auf eine höhere Auftragslage zurückzuführen, die sich aufgrund der vergleichsweise kurzen Projektlaufzeit im Segment Atlas Electronics schnell in den Geschäftszahlen niederschlägt.
Prognose
TKMS ist im Plan, um die im Februar 2026 veröffentlichten Ziele zu erreichen. Auf Grundlage des ersten Halbjahres 2025/26 geht TKMS weiterhin davon aus, dass die bereinigte EBIT-Marge im Geschäftsjahr 2025/26 bei über 6% liegt und sich damit gegenüber dem Vorjahr (2024/2025: 6,0%) erneut steigert. Zudem erwartet die TKMS Gruppe unverändert, dass der Umsatz gegenüber dem Geschäftsjahr 2024/2025 um 2% bis 5% wachsen wird.
Mittelfristig strebt TKMS weiterhin ein kontinuierliches Umsatzwachstum mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 10% an, wobei eine zunehmende Wachstumsdynamik erwartet wird. Parallel dazu soll die bereinigte EBIT-Marge bei mittelfristig über 7% liegen.