- Projektfortschritt zum Neubau des Forschungseisbrechers Polarstern hat zwei wichtige Etappenziele erreicht.
- Großteil an Verträgen zur Beschaffung der Antriebstechnik, Lüftungsanlage, Hydrosensorik sowie wichtiger Funktions- und Betriebssysteme vergeben.
- Alle Eisbrechversuche wurden erfolgreich an der Hamburgischen Schiffbau-Versuchsanstalt (HSVA) durchgeführt.
Kiel, 26. März 2026 – TKMS hat im Auftrag des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) den Großteil an Verträgen zur Beschaffung innovativer Antriebstechnik sowie weiterer Funktions- und Betriebssysteme der neuen Polarstern abgeschlossen. Das AWI hatte im Dezember 2024 den Auftrag für einen Neubau des eisbrechenden Forschungs- und Versorgungsschiffes an TKMS vergeben.
Gemessen am Volumen bilden die zwei größten Posten der Auftragsvergaben die Beauftragung von Aerius für das Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagensystem sowie die hydroakustischen Systeme von Kongsberg aus Norwegen. Zudem hat TKMS für das AWI zwei Airbus H145-D3 Bordhelikopter bestellt, die unter anderem durch die Kosten pro Flugmeile, ein geringes Lärm- und Vibrationsniveau, aber auch durch die Nutzung von nachhaltigem Treibstoff überzeugten. Insgesamt wurden bis dato mehr als 30 Aufträge an knapp 20 Unternehmen vergeben.
Bereits in 2025 hat TKMS Verträge für die gesamte Antriebseinheit mit Wärtsilä, Steerprop und Aker Arctic unterzeichnet, die die Bereitstellung von Generatorensätzen, Propulsionsaggregaten und Systemen wie Methanolaufbereitung und Abgasnachbehandlung umfassen.
„Die Vergabe des Gros der Aufträge für relevante Bauteile und Systeme ist ein bedeutender Schritt auf dem Weg zur neuen Polarstern. Mit der getroffenen Auswahl an Partnern stellen wir sicher, dass wir die hohen Kundenanforderungen an Qualität sowie Operativität erfüllen“, erklärt Oliver Burkhard, CEO von TKMS.
Parallel zu den Auftragsvergaben wurden die letzten Eisbrechversuche an der Hamburgischen Schiffbau-Versuchsanstalt (HSVA) erfolgreich beendet, wobei alle Maßnahmen aus den zurückliegenden Versuchen zusammengeführt wurden. Konkret wurden mit einem maßstabgetreuem, 5,66 Meter langem Modell der neuen Polarstern die Rumpfform und die finalen Konfigurationen des Schiffes bei einer Fahrt mit drei Knoten durch etwa 1,80 Meter dickes Eis mit einer Schneeauflage von 20 Prozent getestet. Auch dickeres Eis, wie beispielsweise simulierte Presseisrücken, durchbrach das Modell problemlos.
Detlef Wilde, Projektdirektor des Polarstern-Neubaus am AWI berichtet: „Mit den Modellversuchen bei der Hamburger Schiffsbau-Versuchsanstalt konnte durch die realitätsnahe Simulation der Bedingungen in den Einsatzgebieten eine optimale Schiffsform gefunden werden - sowohl für das Eisbrechen als auch für die Freiwasserfahrt und die Wissenschaft. Der erfolgreiche Abschluss der seit dem letzten Sommer laufenden Modellversuche ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Bau der neuen Polarstern.“
Über das Neubauprojekt Polarstern
Die neue Polarstern wird das Flaggschiff der deutschen Meeres-, Polar- und Klimaforschung. Der Neubau wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) finanziert, so dass das Alfred-Wegener- Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, im Dezember 2024 den Auftrag für einen Neubau an die Werft TKMS vergeben konnte. Am Standort Wismar wird das eisbrechende Forschungs- und Versorgungsschiff gebaut. Es wird der Polarstern nachfolgen, die seit über 40 Jahren bahnbrechende Forschung in Arktis und Antarktis ermöglicht. So verfügt Deutschland auch künftig über eine der modernsten und nachhaltigsten Infrastrukturen zur Erforschung der Polarregionen auf höchstem wissenschaftlichen und technischen Niveau.
Mehr Informationen unter: polarstern.awi.de